Dienstag, 10.01.2006
 

Noch ist alles im Fluss

Nur noch niedrige Zahlen hat der Pegel an der Weseler Rheinbrücke zu bieten: Gestern Mittag waren es 2.44 Meter. (Foto: M. Weißenfels)

Der Rhein zieht sich immer mehr in sein Bett zurück. Dass die Folgen der Trockenheit zu einem neuen historischen Tiefststand führen, ist allerdings unwahrscheinlich.

WESEL. Der Blick auf den Rhein zeigt, wie trocken die vergangenen Monate waren. Denn der Strom hat sich ziemlich weit in sein Bett zurückgezogen. 2.44 Meter wurden gestern um 13 Uhr am Weseler Pegel gemessen, 17 Zentimeter weniger als 24 Stunden zuvor.

Doch während am Bodensee beim Wasserstand bereits ein historisches Tief erreicht wurde, ist man in Wesel davon noch weit entfernt. "Die Schifffahrt hat momentan keine Probleme", sagt Eckhard Meyer, Dienstgruppenleiter bei der Wasserschutzpolizei in Wesel. Lediglich die schweren Erzfrachter könnten nicht mehr ganz so viel laden wie üblich. Doch auch sie haben noch deutlich mehr als die sprichwörtliche Handbreit Wasser unterm Kiel.

Meyer rechnet zwar mit einem weiteren Sinken des Pegels, schätzt aber, dass bei etwa 2.35 Meter Schluss ist. Damit wäre der historische Tiefststand vom 1. Oktober 2003, anders als anderswo, noch lange nicht erreicht. Damals verkündete die Anzeige nahe der Weseler Rheinbrücke lediglich 1.10 Meter.

Weitgehend ausgeblieben sind in den vergangenen Jahren die obligatorischen Advents- oder Weihnachtshochwasser. Zuletzt war es Weihnachten 1995 brenzlig, bei einem Pegel von 11.16 Meter. Etwa zwölf Meter, so Meyer, seien irgendwann im 19. Jahrhundert erreicht worden. Ob diese Zahl allerdings mit den heutigen Messergebnissen vergleichbar ist, vermag er nicht zu sagen. "Doch das nächste Hochwasser kommt bestimmt", mahnt der Polizist. Vielleicht schon im Frühling, dann, wenn Schneeschmelze und reichlich Niederschlag zusammenkommen sollten. (P.H.)

10.01.2006    

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