Sonntag, 07.08.2005
 

Die schönen Seiten des Hobbys

Sarah Kosubeck, Jan Bloemen und Hanno Monschan genossen das Tauchertreffen am Weseler Auesee, das Bestandteil der PPP-Tage ist. Rund 600 Begeisterte kamen in die Kreisstadt. (Foto: Marc Albers)

PPP-STADTFEST / Oldtimer-Fans und Taucher konnten viele interessierte Besucher von ihrer Leidenschaft überzeugen.

WESEL. Wenn Barney Seier abtaucht, dann eröffnet sich ihm eine faszinierende Welt. Leidenschaft nennt er die schwerelose Leichtigkeit, mit der er durchs Wasser gleitet und die Unterwasserwelt beobachtet. "Am schönsten ist es, wenn Sonnenstrahlen durch die Oberfläche dringen und es überall glitzert und funkelt", erzählt er nicht ohne eine Spur Romantik in der Stimme. Der studierte Meeresbiologe weiß wovon er spricht. Längst hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. Als Besitzer einer Tauchschule möchte er auch anderen sein Gespür für die wunderschöne Botanik der Seen und Meere weitergeben. Um das zu tun, muss er nicht in die Ferne reisen. Der Auesee in Wesel "ist zum Tauchen geradezu optimal", verrät Seier.

Dass der erfahrene Tauchlehrer nicht alleine dieser Meinung ist, das bewiesen die rund 600 Interessierten, die am Wochenende zum Tauchertreffen des Baracuda-Clubs Wesel gekommen waren. Schon zum 26. Mal hatte der Verein im Rahmen der PPP-Tage zum gemeinsamen Abtauchen im Auesee geladen.

"Mit der Resonanz können wir mehr als zufrieden sein", machte Werner Kaldewey, zweiter Vorsitzender, deutlich. Trotz des regnerischen Wetters sei die Stimmung wieder einmal hervorragend und die Atmosphäre gemütlich. Dazu trug aber auch das abwechslungsreiche und gelungene Programm bei, das der Verein organisiert hatte. Ob Lagerfeuer oder Fackelschwimmen, für jeden Geschmack hatte der Club etwas vorbereitet.

Auch die fünfzehnjährige Lisa Döring war begeistert. Besonders der Tauchgang im Auesee hatte es ihr angetan. "Eine tolle Sicht trotz des dichten Pflanzenbestandes", lobte sie. Besonders faszinierend fand sie die große Artenvielfalt der Fische. Dem konnte auch Meeresbiologe Seier nur zustimmen. Vor allem in der Nacht bei Dunkelheit sei ein Tauchgang ganz besonders faszinierend.

Da hält es Reiner Queling doch eher mit Handfestem. Genauer gesagt mit seinem Goggomobil. Immerhin hat der Familienvater aus Kranenburg in den letzten zwei Jahren jede freie Minute damit verbracht, seinen Oldtimer wieder aufzumöbeln. Seine Frau Hedwig hatte ihm "den kleinen roten Schrotthaufen" geschenkt, um ihm den Traum vom eigenen Oldtimer zu erfüllen. Dass sich der Traum in Rot mittlerweile sehen lassen kann, davon konnten sich die Besucher beim "Internationalen Oldtimertreff am Berliner Tor überzeugen. Helmut Bemba, Vorsitzender des "Automobilclubs unterer Niederrhein", zeigte sich sichtlich zufrieden: "Die Leute sind begeistert und die Auswahl der Oldtimer ist dieses Mal einfach rekordverdächtig." Besonderes Highlight: Ein Feuerwehrwagen aus dem Jahr 1937 mit mechanischer Drehleiter. "Das gibt es nur einmal auf der ganzen Welt", so Bemba.

Dass das Oldtimertreffen längst über die niederrheinischen Grenzen hinaus bekannt ist, bewiesen Adele und Joachim Siemann, die extra aus Magdeburg angereist waren. Mit ihren beiden BMW-Motorrädern haben sie den weitesten Weg zurückgelegt. Auch Herbert Reiners stellte mit der Sportversion eines englischen Austin seven aus dem Jahr 1929 das älteste Modell. Er freute sich über das Interesse der Leute und beantwortete gerne die Fragen.

Dass aber nicht nur Erinnerungen die Leidenschaft für einen Oldtimer auslösen können, beweisen Björn Kirsch und Thomas Zimmermann. Die jungen Weseler Autofreaks haben einen Club für "Youngtimer" ins Leben gerufen. Damit sind Fahrzeuge der 70er und 80er Jahre gemeint.


07.08.2005     JULIA SCHULTERS

Zeitungsverlag Niederrhein GmbH & Co. Essen Kommanditgesellschaft