Freitag, 10.02.2006
 

Damit der See gesehen wird

Solche Stellen wie diese, an denen es freie Sicht auf den Auesee gibt, sollen mehr werden. Am Montag wird an der Südwestseite mit dem Abholzen begonnen. (Foto: Markus Weißenfels)

NATUR / Ab Montag wird am Ufer abgeholzt. Außerdem müssen auf der Landzunge am Yachthafen 60 Pappeln gefällt werden.

WESEL. Schön grün ist´s im Sommer rund um den Auesee. So grün, dass der See mancherorts nur erahnt werden kann. Das wurde im vergangenen Jahr bereits an einer Stelle am südwestlichen Ufer geändert. Zahlreiche Bäume mussten fallen, damit der Blick auf die Wasserfläche frei ist und der Wind für die Wassersportler ungehindert blasen kann.

Am Montag geht das Lichten am Rand des ehemaligen Baggersees weiter. Ein kleines Stückchen neben der bisherigen Fläche, auf einer Länge von etwa 150 Metern parallel zum Deichradweg. Etwa 80 Eschen und Pappeln werden gefällt, wie Heinz-Georg Oberender vom ASG sowie Jörg Hüting und Jürgen Bovenkerk von der Auskiesungsfirma Hülskens gestern ankündigten. Gut eine Woche soll das dauern, dann gibt es weitere schöne Aussichten auf den Auesee, der bei Freizeitsportlern wie Radlern und Spaziergängern gleichermaßen beliebt ist.

200 Kopfbäume gestutzt

Wie bereits bei der ersten Abholzungsaktion soll ein Teil des Totholzes als eine Art Wall in Ufernähe gelagert werden. Grund: Das Material bietet Unterschlupf für Insekten und einen Brutplatz für Enten. Schon jetzt sind Stämme mit roten beziehungsweise orangen Punkten gekennzeichnet. "Diese Bäume bleiben stehen", erklärt Oberender, der außerdem darauf verweist, dass rund um den See und an vielen Stellen der Aue ständig irgendwo Pflegearbeiten im Gange sind. So wurden in den zurückliegenden Tagen mehr als 200 Kopfbäume beschnitten.

Ist alles fertig, können auch die Sitzbänke versetzt werden, die momentan zum Teil sehr ungünstig stehen. Außerdem ist im Rahmen des Naturfreizeitverbundes (NFN) das Aufstellen von Info-Tafeln geplant, sagt Hüting, der darauf verweist, dass die beliebte Vogelbeobachtungsstation immer wieder beschädigt wird.

Auch auf der Landzunge am Yachthafen, die nach dem Krieg künstlich aufgeschüttet wurde, werden demnächst Bäume gefällt. Etwa 60 der rund 250 Pappeln müssen weg, weil sie eine Verkehrsgefährdung darstellen. Oberender verweist auf tiefe Faulungen und auf Ausspülungen im Wurzelbereich. Momentan bemühe man sich darum, über die Forstgenbank in Arnsberg an reinrassige Schwarzpappeln zu kommen. Die niederrheintypischen Bäume seien kaum noch zu haben, sollen auf der Landzunge aber nach Möglichkeit als Ersatzpflanzung ihren Platz finden.

10.02.2006     PETRA HERZOG

Zeitungsverlag Niederrhein GmbH & Co. Essen Kommanditgesellschaft